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Bericht in Der Schweizerische Hauseigentümer, Fachzeitung des Hauseigentümer-Verbands Schweiz, Ausgabe 15. Oktober 2019

Küche – Ein Küchenumbau im Emmental erfüllt Träume.

Reif für die Kochinsel

Nachdem ersatzweise fast drei Monate auf dem Grill gekocht werden musste, freut sich die Besitzerfamilie eines Einfamilienhauses in Langnau nun ganz besonders über ihre neue Küche. Modern, geräumig, mit grosser Kochinsel und integriertem Weinschrank erfüllt der neue Mittelpunkt des Hauses alle Erwartungen. Möglich war der Küchenumbau in dieser Form aber nur dank eines An- bzw. Umbaus im vergangenen Jahr. Das Haus im Chalet- Stil erhielt einen zweigeschossigen Holzelement- Anbau, der den erforderlichen Platz für das grosszügige Projekt schuf. Obwohl der nötige Raum damit vorhanden war, gestaltete sich der Umbau nicht ganz einfach. Eine tragende Säule und ein Dunstabzug ohne Abzugshaube stellten den Küchenplaner vor bauliche Hürden. Am Ende aber konnte jede Herausforderung gemeistert werden, und die Familie geniesst die Stunden am und um den Herd.

Küchenumbau – Langnau im Emmental: Durch einen Anbau schufen die Eigentümer eines 1950er-Jahr-Hauses Platz für eine moderne Traumküche. Bis diese einsatzbereit war, kochte die 4-köpfige Familie draussen auf dem Grill.

Traumküche mit tragender Säule

Von der grosszügigen neuen Kochinsel aus schweift der Blick in die Ferne. Die Aussicht über Langnau und die Voralpen könnte einen fast vom Kochen ablenken, so schön ist sie. Erst möglich gemacht hat die neue Traumküche mit Ausblick ein Um- beziehungsweise Anbau im vergangenen Jahr. Das Einfamilienhaus in Langnau im Emmental, das 1952 im Chalet-Stil errichtet wurde, erhielt einen zweigeschossigen, 3 x 8 Meter grossen Holzelement-Anbau. Dieser erlaubte es der Eigentümerfamilie, im Parterre eine grosszügige Küche mit Kochinsel zu realisieren. Im oberen Stock entstand ein zusätzliches, modernes Badezimmer für die Eltern.

Wohnen auf der Baustelle – da ist Flexibilität gefragt

Der Umbau dauerte insgesamt drei Monate und wurde im Sommer durchgeführt. Die Eigentümerfamilie blieb während der Arbeiten im Haus wohnen. «Da es sich um einen Um- und Erweiterungsbau handelte, mussten die Eigentümer ziemlich lange ohne Küche auskommen», sagt der verantwortliche Küchenplaner Ueli Arm von der Schreinermanufaktur Röthlisberger AG. Dies störte die unkomplizierte Familie aber nicht. «Während des Umbaus kochten wir hauptsächlich draussen auf dem Grill», sagen die Eigentümer. Zudem hätten sie im Eingangsbereich des Hauses eine kleine provisorische Küche mit Kühlschrank eingerichtet. Ab dem Wanddurchbruch dauerte der Ausbau des neuen Ess- und Kochbereichs gut sechs Wochen. Der Kücheneinbau erfolgte als Letztes und nahm etwa 1 1 ∕ 2 Wochen in Anspruch.

«An der Kochinsel hat die ganze Familie Platz zum Kochen.»

Die neue Küche auf einen Blick

Der Wohnraum wurde vergrössert, und dies ermöglichte ein grosszügiges Küchen-Design. Die tragende Säule wurde ins Konzept eingebunden und markiert die ehemalige Grenze der Hausmauern. In der Kochinsel ist wohnraumseitig ein Weinkühler integriert. So steht der Wein schön sichtbar für ein gemütliches Abendessen mit Freunden im geräumigen Essbereich bereit. Die Fronten – in Supermatt belegt – wirken sehr edel und warm. Die schwarzlackierte Umrandung der Hochschränke an der Wand sorgt für einen stimmigen Kontrast. Die LED-Beleuchtung bei der schwarzen Umrandung und in der Nische ist in der Lichttemperatur verstellbar. Damit kann je nach Einsatz der Küche das passende Ambiente erzeugt werden. Der im Glaskeramik eingebaute Dunstabzug wird bequem über die Schalter an der Front bedient. Seitlich von den Drehknöpfen in Edelstahl ist jeweils eine Steckdose montiert. Das Griffprofil in Alu-Edelstahl- Design unterstreicht das lineare Design. Die robuste Abstellfläche in Keramik bietet viel Platz für die Zubereitung von Mahlzeiten.

Bauliche Herausforderungen

Neben der Herausforderung für die 4-köpfige Familie, vorübergehend auf einer Baustelle zu wohnen, kam eine bauliche hinzu: Die tragende Säule musste bei der Planung klug ins Küchenkonzept integriert werden. Küchenplaner Ueli Arm hat die Säule so eingebunden, dass sie heute die ehemalige Grenze der Hausmauern markiert – und den Wohn- ∕ Essbereich von der Küche trennt. Eine weitere Herausforderung ergab sich durch den neuen Dunstabzug ohne Abzugshaube. Er machte eine Leitung im Boden notwendig. «Die Anschlüsse für das Wasser und den Dampfabzug mussten im alten und im neuen Hausteil verlegt werden», erklärt Ueli Arm.

Gelungene Verwandlung

Den Eigentümern war es wichtig, den Chalet-Stil ihres Einfamilienhauses auch nach dem Umbau zu erhalten. Gleichzeitig aber sollte das Zuhause moderner wirken. Diese Wünsche liessen sich gut kombinieren: Um das Heimelige eines Chalets hervorzuheben, wurde im Wohn- ∕ Ess- Den Kochend-Wasserhahn Quooker möchte die Familie nicht mehr missen. Der neue, in der Glaskeramik eingebaute, Dunstabzug bietet mehr Kopffreiheit als die frühere Abzugshaube.
bereich und in der Küche ein rustikaler, warmer Eichenparkett verlegt. Dafür mussten zuvor die unterschiedlichen Bodenniveaus des alten und neuen Hausteils ausgeglichen werden. Für das Moderne sorgen die schlichten, edlen Küchenfronten in Supermatt sowie neueste Küchengeräte. Das i-Tüpfelchen ist die Tapete – sie verleiht dem ganzen Raum Eleganz und macht ihn einzigartig. Dank des Anbaus haben die Eigentümer heute einen grosszügigen Koch- und Essbereich. Die neue Kochinsel ist zum Mittelpunkt der Familie geworden. «An der Kochinsel hat die ganze Familie Platz zum Kochen», schwärmen die Eigentümer.

WEITERE INFOS

Weitere Informationen zum vorgestellten Küchenumbau und dem Küchenmodell finden Sie unter: www.emmekueche.ch

Bericht in der Berner Zeitung vom 30. September 2019:

 

Mit einer Gondel um die Welt

Schüpbach Adrian Rüedi und Valeria Mella erreichen mit ihren Fotos und Videos Zehntausende Menschen rund um den Globus. Nun bauen die beiden Blogger in Schüpbach eine Gondel zu einem Minihaus um.

Regina Schneeberger

Es ist halb zehn Uhr morgens, Zeit für eine Pause. Die Handwerker treffen sich im Kreuz Schüpbach zu Kaffee und Gipfeli. Derweil legt etwas weiter die Strasse runter der Postboote seine Route zurück, grüsst beim Vorbeifahren mit einem aufgestellten «Morge wou» und wirft beim Briefkasten der Metzgerei Rychener ein Couvert ein. Dort stehen schon einige Kunden im Laden. Ob es am Schild vor dem Geschäft liegt? Die Schwartenwurst ist gerade Aktion.

Schüpbach bietet mit seinen malerischen Bauernhäusern in hügliger Landschaft zwar durchaus die Kulisse für hübsche Fotos. Und doch ist es kein Ort, an dem man sogenannte Influencer erwartet, die sich auf den sozialen Medien vor Tausenden von Anhängern in Szene setzen. Die weissen Sandstrände auf den Malediven, die luxuriösen Yachten in Monaco oder der perfekte Fotospot vor dem Matterhorn sind ihr Revier. Dort präsentieren sie teure Uhren, Taschen und Kleider. So verdienen sie als Markenbotschafter mit Werbebildern und -videos Geld.

Influencer mit Dächlichappe

Doch auf dem Areal der Schreinerei Röthlisberger treffen wir einen, der beruflich auf Instagram, Youtube und Co. Fotos und Videos verbreitet. Adrian Rüedi entspricht aber nicht dem klischierten Bild eines Influencers: Mit Dächlichappe, weissem Shirt und Turnschuhen ist er mehr leger denn glamourös gekleidet. Als Influencer (Beeinflusser) bezeichne er sich auch nicht, so Rüedi. «Ich bin ein ‹Content Creator›, kreiere also Inhalte.»

Gemeinsam mit seiner Frau Valeria Mella betreibt er den Blog Littlecity.ch. Mal fahren die beiden mit dem Schiff über den Zürichsee, mal erkunden sie Myanmar in Asien, und rund 60000 Menschen schauen ihnen dabei zu. Die beiden Zürcher zählen zu den wenigen Bloggern in der Schweiz, die davon leben können. «Dafür braucht es immer wieder verrückte Ideen», sagt Adrian Rüedi. Eine solche hat ihn nun nach Schüpbach geführt. Auf dem Areal der Schreinerei Röthlisberger baut er eine ausrangierte Gondel zu einem Häuschen, einem «Tiny House», um. Einst beförderte sie Wanderer und Skifahrer auf den Brunni bei Engelberg. Künftig wird die Gondel eine ganz andere Funktion haben.

Ein kleines Haus bauen

Auf zehn Quadratmetern sollen Küche, Bett, Badezimmer, Tisch und Rundbank Platz finden. Zudem soll es einige extravagante Details geben. Die Küchenabdeckung soll je nach Einstellung in unterschiedlichen Farben leuchten oder transparent direkt Einblick in den Kühlschrank gewähren. Der Strom dafür stammt von Solarzellen auf dem Dach der Gondel, die sich mit einem Sensor nach dem Sonnenstand richten. Mit dem Tablet wird die Elektronik gesteuert, das ist der Plan. «Ich weiss nicht, ob wir alles so hinkriegen, aber ich bin da jeweils recht hartnäckig », sagt Rüedi. Er ist weder Schreiner noch Elektriker, beibringen tut er sich das Handwerk selbst. «Ich schaue mir Erklärvideos auf Youtube an.»

Bis Anfang des nächsten Jahres soll die bewohnbare Gondel fertig sein. Dann wollen Adrian Rüedi und Valeria Mella eine Zeit lang selbst darin wohnen und sie auf einem Anhänger an verschiedene Orte bringen. Wo sie genau stehen werde, sei aber noch offen. «Hauptsache an möglichst spektakulären Plätzen.» Mit einem Helikopter könnte man sie auf 3000 Meter über Meer befördern, so Rüedi. Es sollen aber auch andere darin übernachten können. Sie könnte etwa auf dem Flachdach eines Hotels stehen.

Wohnen auf dem Bergsee

An einem spektakulären Ort haben Adrian Rüedi und Valeria Mella bereits im Sommer 2017 gehaust. Einen Monat lang haben die beiden Blogger in zwei gläsernen Bungalows auf dem Partnunsee im Prättigau gewohnt. Das Projekt entstand in Kooperation mit der Bündner Tourismusregion. «Wenn man eine aussergewöhnliche Idee hat, wird vieles möglich.» Bis heute würden sie regelmässig Mails mit Buchungsanfragen bekommen. Obwohl die Behausung auf dem Bergsee schon vor über zwei Jahren abgebaut wurde. «Deshalb wollen wir mit der Gondel nun etwas Dauerhaftes schaffen. »

Auch Schreinerei profitiert

Doch weshalb gerade in Schüpbach? Die Marketingverantwortliche der Schreinerei Röthlisberger habe sie kontaktiert, sagt Rüedi. Es habe sofort gepasst. Die Schreinerei stellt den Bloggern Material und Geräte zur Verfügung, unterstützt sie mit Fachwissen. Und diese erwähnen die Schreinerei hin und wieder auf Instagram. So profitieren beide.

Junge Handwerker gewinnen

Eine solche Zusammenarbeit sei Neuland für das KMU, sagt Geschäftsleiter Stefan Röthlisberger. Nicht nur wolle man sich als innovatives Unternehmen positionieren. «Wir hoffen dadurch junge Handwerker zu finden.» Videos der jungen Angestellten, die mit Rüedi an seiner Gondel bauen würden, könnten das Image des Berufs entstauben, ist Röthlisberger überzeugt. Seit zwei Jahren setzt das Unternehmen bei der Werbung auf soziale Medien, ist auf Instagram, Pinterest und Facebook präsent. «Wir bekommen seither öfters Offertenfragen von Leuten, die nicht aus der Region kommen.»

Die Glaubwürdigkeit

Adrian Rüedi und Valeria Mella nehmen längst nicht jede Anfrage von Firmen an. «90 Prozent lehnen wir ab.» Einerseits müssten sie selbst hinter dem Produkt stehen und dieses bedenkenlos Kolleginnen und Kollegen weiterempfehlen können. «Glaubwürdigkeit ist unser höchstes Gut.» Andererseits müsse es den Followern einen Mehrwert bieten.

So reisen sie etwa in Zusammenarbeit mit einem Mobiltelefonhersteller nach London und erwähnen diesen in den Bildlegenden. Vor der Reise fragen die Blogger ihre Follower, welche Orte sie in London besuchen sollen. «Dann berichten wir über jene Sehenswürdigkeiten, für die am meisten gestimmt wurde, oder nehmen die Tipps auf.» Auch beim neusten Projekt involviert Adrian Rüedi die Community. Er habe sie auf Instagram gefragt, ob ihnen die Gondel ganz in Rot gefallen würde. Und was, wenn nicht? «Unsere Follower sind viel zu nett, um dagegen zu sein», sagt er und lacht.

Ob die beiden Blogger schon bald in ihrem «Tiny House» beim Chuderhüsi-Turm oder auf dem Napf hausen werden, weiss Adrian Rüedi noch nicht. Konkrete Kooperationen, etwa mit Emmental Tourismus, gebe es derzeit nicht. «Es wäre aber schon schön, schliesslich wird die Gondel hier ausgebaut.»

Berichtigung

Geschäftsführer sind Adrian und Christof Röthlisberger.
Marketingverantwortlicher ist Adrian Röthlisberger.